Wenn die Menschen Seesicht wollen, dann bauen wir Ihnen doch Seen

Anja Meyer
CEO und Inhaberin
Februar 2020

Und wenn auch nur ein Mensch sein Bügeleisen und Bügelbrett in einer Eckbank versorgen will, dann geben wir ihm diese Eckbank. Wenn Bauland knapp und teuer ist: Schaffen wir neues Bauland. Über Bahnhöfen und Trassen, wie auch schon versucht. Über Autobahnen und Einkaufszeilen, auf Dächern und tief im lichten Wald. 

Neues Bauland auch an und auf Hügeln, wo wir Aussicht hätten, die Landwirtschaft aber heute ein Problem hat mit der Bewirtschaftung steiler Felder; für sie wäre es einfacher dort zu wirtschaften, wo wir jetzt wohnen: in der Fläche. 

Wenn Menschen an bester Lage wohnen wollen, entwickeln wir beste Lagen. Nicht planstabmässig am Bürotisch, sondern vor Ort und im Internet zusammen Communities, die selbst herausfinden, was sie brauchen, worauf sie verzichten können, vor allem aber: was sie begeistert. Manchmal ist es nur wenig, dafür aber das richtige.

Wenn die Sockelnutzung vorgeschrieben ist, aber niemand diesen Sockel nutzen will. Dann stellen wir das Ganze auf den Kopf und nutzen die obersten Stockwerke öffentlich. 

Und wenn Menschen lieber hoch oben wohnen? Dann bauen wir bis ins zehnte Stockwerk hängende Gärten in die tragende Konstruktion und beginnen erst ab Etage 11 mit dem ersten Stockwerk. 

Wenn immer mehr Menschen unterwegs sein wollen als Nomaden, dann bauen wir Ihnen Standplätze mit allem Notwendigen gegen Nutzungsgebühren. Auch so können wir Areal nutzen. 

Wenn Denkmal- und Heimatschutz Objekte und Areale Fetischen gleich verehren, machen wir für einmal klar, für welche Systeme, Ideologien und Bedrängnisse der Menschen alte Gebäude oft stehen. Die Villa und die heruntergekommenen Mietskasernen. Vor sich hin rostende Produktionsstätten und kleinbürgerliche Vorortsquartiere. Zeichen der Herrschaft und der Ausbeutung sind das, Mahnmale für kirchlichen Gesinnungsterror, Hochburgen des Spiessertums – manchmal bis heute – wollen wir davon wirklich so viele in den Inventaren aufgelistet haben? 

Das also verstehen wir von smeyers unter anderem auch unter Beratung. Paradoxe Interventionen, Provokationen, Diskussionen – Diskurs und Auseinandersetzung, die ein Projekt weiterbringen, wenn auch oft nur ein bisschen. Aber immerhin. Manchmal glauben wir sogar an solch grosse Würfe, fundamentale Änderungen, ein neues Denken, Wollen, Tun.

In diesem Geiste haben wir smeyers vor rund zehn Jahren gegründet. Wenn uns heute in der Beratung etwas von anderen unterscheidet, dann ist es auch dieses offene Mit- und Vorwärtsdenken, das keine Tabus und keine Berührungsängste kennt. 

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